PROGRAMMHEFT
Donnerstag, 4. August · 22.00 Uhr
Kreuzgang des Klosters von Santo Domingo
SINFONIEORCHESTER DER BALEAREN
MICHEL CAMILO, Klavier
ÁNGEL GIL-ORDÓÑEZ, Dirigent

Dieses Konzert erwächst aus dem Willen, weiterhin mit dem Sinfonieorchester der Balearen zusammenzuarbeiten und dessen Präsenz auf unserem Festival aufrechtzuerhalten. Während der letzten zwei Ausgaben war dies, trotz unserer Bereitschaft, aufgrund nichtkünstlerischer Ursachen leider nicht möglich. Nun bietet sich uns ein mit der Orchesterleitung vereinbartes Konzert, das uns zurück zu einem der angesehensten spanischen Dirigenten, die in den Vereinigten Staaten ansässig sind, Ángel Gil-Ordóñez, und einem weltberühmten Solisten führt, Michel Camilo, grandioser Interpret der Rhapsody in Blue von George Gershwin. Für dieses auf unserem Festival noch nicht aufgeführte Programm erhielt er den Grammy für die beste Aufnahme.

PROGRAMM


Erster Teil
GEORGE GERSHWIN

Cuban Overture (Kubanische Ouvertüre)

Rhapsody in Blue


Zweiter Teil
LEONARD BERNSTEIN

Ouvertüre von Candide

Sinfonische Tänze aus „West Side Story“

1. Prologue (Allegro moderato)
2. Somewhere (Adagio)
3. Scherzo (Vivace e leggiero)
4. Mambo (Meno presto)
5. Cha-Cha, “Maria” (Andantino con grazia)
6. Meeting Scene (Meno mosso)
7. Fugue, “Cool” (Allegretto)
8. Rumble (Molto allegro)
9. Finale (Adagio)

Voraussichtliche Dauer: 1 Std. und 20 Min. (einschließlich 15 Minuten Pause)

Photo Michel Camilo
MICHEL CAMILO

Michel Camilo wurde in Santo Domingo geboren, Dominikanische Republik. Dreizehn Jahre lang studierte er am dortigen Nationalen Konservatorium und mit sechzehn Jahren wurde er Mitglied des Nationalen Sinfonieorchesters der Dominikanischen Republik. 1979 zog er nach New York. Dort setzte er sein Studium zuerst an der Mannes School of Music und später an der Juilliard School of Music fort. Seit seinem Debut in der Carnegie Hall im Jahre 1985 erlangte er internationale Berühmtheit und trat regelmäßig auf Festivals in den Vereinigten Staaten, Europa, Japan, Asien, dem Nahen Osten, Südamerika und der Karibik auf.

Seine Aufnahmen, bisher einundzwanzig, wurden mit einem Grammy, einem Emmy, drei Latin Grammy Awards, zwei Grammy-Nominierungen und zwei Premios de la Música (Spanien) ausgezeichnet. Er hat Musik als Solist, Duett, Trio und Sextett, in Begleitung einer Big Band und als Gastsolist mit Sinfonieorchestern aufgenommen und an Filmmusik mitgewirkt. Camilo bewegt sich mit Leichtigkeit zwischen der Welt des Jazz, der lateinamerikanischen und der klassischen Musik.  

Hervorzuheben sind in seiner Karriere mitunter die folgenden wichtigen Etappen: seine zweijährige Position als künstlerischer Leiter der Jazzabteilung des Detroit Symphony Orchestra; die fünfjährige musikalische Leitung des Heineken Jazz Festivals (Dominikanische Republik); seine Ernennung zum Künstler des Jahres und Artist in Residence des Klavier-Festival Ruhr; seine Position als stellvertretender künstlerischer Leiter beim ersten Latin-Caribbean Music Festival im Kennedy Center, bei dem sein 1. Klavier- und Orchesterkonzert (Concierto para piano y orquesta núm. 1) mit dem von Leonard Slatkin dirigierten Nationalen Sinfonieorchester uraufgeführt wurde, und seine von Katia und Marielle Labèque in der Royal Festival Hall interpretierte „Rhapsody for Two Pianos and Orchestra“ (Rapsodia para dos pianos y orquesta). Im März 2009 folgt die Weltpremiere seines im Auftrag des Auditoriums von Teneriffa entstandenes 2. Klavier- und Orchesterkonzerts (Concierto para piano y orquesta núm. 2 – Tenerife) als eingeladener Solist beim von Lü Jia dirigierten Sinfonieorchester von Teneriffa.

Michel Camilo ist mit renommierten Orchestern aufgetreten, unter anderem mit dem Nationalen Sinfonieorchester von Washington, Detroit und Cleveland, dem Los Angeles Philarmonic, dem Atlanta Symphony Orchestra, dem Orquestra Gulbenkian, dem BBC Symphony Orchestra, dem Spanischen Nationalorchester, dem Orchestre National de Lyon, dem Neuen Philharmonieorchester Japan, dem Philharmonieorchester Kopenhagen, dem Sinfonieorchester Aarhus, dem Orchester der spanischen Rundfunkanstalt RTVE, dem Orquesta Sinfónica de Euskadi und dem Musikkollegium Winterthur.

Zu den besonderen Zusammenarbeiten gehören das Gitarren- und Klavierduo Michel Camilo & Tomatito, Jazzklavierduos mit Chucho Valdés und Hiromi. die Galakonzerte beim dänischen Radio und den WDR Big Bands und sein Wirken beim Luxembourg Jazz Orchestra und dem bulgarischen Metallverband.

Heute komponiert Michel Camilo ein neues Werk mit dem Titel Concierto para trío de jazz y orquesta, das im April 2017 uraufgeführt werden soll.
Photo Sinfonieorchester der Balearen
SINFONIEORCHESTER DER BALEAREN

Das Sinfonieorchester der Balearen wurde 1988 im Rahmen der Institution Fundació Pública de les Balears per a la Música von der Regierung der Balearen, der Stadtverwaltung von Palma und der Inselregierung von Mallorca gegründet.

Obwohl die Geschichte der balearischen Sinfonie auf die 40er Jahre zurückgeht, ist die Orchesterformierung, wie man sie inzwischen kennt, dem vor kurzem verstorbenen Maestro Luís Remartínez zu verdanken, der von 1988 bis 1994 ihr künstlerischer Leiter war. In seine Fußstapfen traten die Maestros Philippe Bender, Salvador Brotons, Geoffrey Simon, Edmon Colomer und Josep Vicent. Derzeit ist Pablo Mielgo Chefdirigent des Orchesters. Mit Joji Hattori, dem Haupt-Gastdirigent, teilt er sich die künstlerische Leitung.

Das Orchester nimmt, über die Abonnementsaison in Palma hinaus, auch an der Produktion der Opernsaisons der Fundación Teatro Principal de Palma und der Amigos de la Ópera de Maó, am Festival de Música Castillo de Bellver, am Festival de Pollença, am Festival Sunset Classics, an den Kammerkonzertreihen “Solistas de Sa Simfònica” des Museums von Mallorca, des Museums Castillo de San Carlos und den zeitgenössischen Musikreihen von Es Baluard teil. Zudem programmiert es Aufführungen im Rahmen der Programme „Sinfónica en Familia“ und „Sinfónica en Sociedad“, über die es Musik zu den weniger bevorzugten sozialen Gruppen bringt. 

Während seiner sechsundzwanzigjährigen Tätigkeit hat das Orchester Solisten von internationaler Bedeutung begleitet, wie Juan Diego Flórez, Kiri Te Kanawa, Teresa Berganza, Joaquín Achúcarro, Piotr Anderszewski, María Bayo, Katia und Marielle Labeque, Simón Orfila oder Francisco Fullana. 

Das Orchester hat Konzerte in den wichtigsten Städten Spaniens sowie in Perpignan, Cannes, Marseille, Wien und Zürich gegeben.

Heute wird das OSIB (Orquesta Sinfónica Illes Balears) offiziell vom Banco Mirabaud gesponsert.
Photo Ángel Gil-Ordóñez
Ángel Gil-Ordóñez

Ángel Gil-Ordóñez gehört in seiner Generation zu den spanischen Dirigenten mit der stärksten internationalen Projektion. Die US-amerikanische Tageszeitung The Washington Post hat seine Dirigentschaft, der „farbreiche, einem fauvistischen Gemälde gleichende Texturen“ gelingen,  als „atemberaubend“ gelobt und die italienische Zeitung Messagero Veneto hat den „Reichtum an Farben, Atmosphären und Rhythmen“ seiner Interpretationen gewürdigt. Im Augenblick ist er Musikdirektor des PostClassical Ensemble, das sich aus Solisten des Washington National Opera Orchestra und des National Symphony Orchestra Washington zusammensetzt, Haupt-Gastdirigent des New Yorker Perspectives Ensemble und Leiter der Orchesterstudien der Georgetown University.  

Seit seiner Ernennung zum Hilfsdirigenten des Spanischen Nationalorchesters im Jahre 1991 erlebte er einen erfolgreichen Werdegang und dirigierte Sinfoniemusik, Oper und Ballett in Europa, den Vereinigten Staaten und Südamerika. 1994 zog er in die USA. Dort wurde er zum aktiven Förderer spanischer Musik, und 1997 gründete er das Kammerorchester Musica Aperta Washington. Als Dirigent war er unter anderen Orchestern beim Brooklyn Philharmonic, dem American Composers Orchestra und dem Orchestra of St. Luke’s, in New York, und den Müncher Philharmonikern und dem Berner Kammerorchester in der Schweiz angestellt.

In den Vereinigten Staaten sind seine Aufführungen in der New Yorker Brooklyn Academy of Music, im Kennedy Center und der National Gallery in Washington sowie sein erfolgreiches Debut in der Carnegie Hall in New York im Dezember 1999 hervorzuheben. Im Sommer des Jahres 2000 dirigierte er mit großem Erfolg auf den renommiertesten Festivals die Uraufführung in Spanien von Bernsteins Mass.

Ángel Gil-Ordóñez ist einer der bedeutendsten Erben der Dirigentenschule des weltberühmten Maestros Sergiu Celibidache, mit dem er in Deutschland mehr als sechs Jahre lang eng zusammenarbeitete. Als aktiver Förderer zeitgenössischer Musik hat er fünf CDs mit Werken spanischer Komponisten aufgenommen. Gil-Ordóñez wurde von der Plattenfirma Naxos für seine DVD- und CD-Aufnahmen von Dokumentarfilmen des New Deal mit Musik von Virgil Thomson und Aaron Copland zweimal zum „Artist of the Week“ gewählt. Im Oktober 2006 wurde er für seine Förderung der spanischen Kultur im Ausland mit dem spanischen Orden Real Orden de Isabel la Católica ausgezeichnet.