PROGRAMMHEFT
Samstag, 6. August - 22.00 Uhr
Kreuzgang des Klosters von Santo Domingo
CAPPELLA NEAPOLITANA ANTONIO FLORIO
(Ehemalige Cappella della Pietà de’ Turchini)
VALENTINA VARRIALE, Sopran
ANTONIO FLORIO, Dirigent

Diese Konzert vereinbart zwei Publikumswünsche und zwei künstlerische Optionen zur gleichen Zeit: Barockmusik und Gesang. Es handelt sich um eine hervorragende Gelegenheit, in den Genuss eines der wichtigsten barocken Ensembles weltweit zu kommen: die Cappella Neapolitana Antonio Florio, ehemals Cappella della Pietà de ‘Turchini. Ihr Leiter und Gründer, Antonio Florio, gehört zu den bedeutendsten Spezialisten dieser Gattung. Valentina Varriale, eine feste Größe des lyrischen Gesangs, wirkt ebenfalls mit und rundet damit die Nacht ab.

PROGRAMM

SALVE REGINA


Erster Teil

Salve Regina für Sopran und Instrumente von Orazio Benevoli (1605-1672)

Sinfonia für 3 Violinen in a-Moll von Nicola Fiorenza (1700ca-1764)

Largo – Allegro – Largo – Allegro

Salve Regina für Sopran und Streicher von Leonardo Leo (1694-1744)


Zweiter Teil

Salve Regina in a-Moll für Sopran und Streicher von G. B. Pergolesi (1710-1736)

Konzert in D-Dur für Geige, Streicher und Generalbass, op. 3, Num. 9, RV 230, von Antonio Vivaldi (1678-1741)

Allegro – Larghetto - Allegro

Salve Regina für Sopran, Geige und Streicher, RV 617, von Antonio Vivaldi

Voraussichtliche Dauer: 1 Std. und 30 Min. (einschließlich 15 Minuten Pause)



MUSIKER


Konzertmeister:
Alessandro Ciccolini

Violinen I:
Paolo Cantamessa, Giovanni Rota

Violinen II:
Patrizio Focardi, Nunzia Sorrentino, Massimo Percivaldi

Bratsche:
Rosario Di Meglio

Violoncello:
Alberto Guerrero

Kontrabass:
Giorgio Sanvito

Orgel:
Patrizia Varone

Foto Valentina Varriale
Valentina Varriale

Valentina Varriale erwarb am Konservatorium San Pietro a Majella in Neapel ein hervorragendes Diplom und begann ihre Karriere als Solistin mit zwei Produktionen des Autunno Musicale (Musikherbst) im Real Teatro di San Carlo in Neapel, an der sie im Jahre 2001 mitwirkte, schon von sehr jung auf.      

Sie interpretierte die Rolle von Messo in der Oper Statira principessa di Persia von Francesco Cavalli, mit dem Barockorchester Cappella Della Pietà de’ Turchini (heute bekannt als Cappella Neapolitana Antonio Florio). 2004 gewann sie die zweite Ausgabe des internationalen Wettbewerbs für Barockmusik „Francesco Provenzale“ und im selben Jahr sang sie die Rolle von Armindo in Partenope unter der Leitung von Antonio Florio. Im Jahr 2005 arbeitete sie dann mit den Sonatori de la Gioiosa Marca zusammen und sang das Stabat Mater von Pergolesi unter der Dirigentschaft des Maestros Dantone.

Sie arbeitete unter anderem mit Jordi Savall in Orpheus und Marienvesper von Monteverdi, mit Rinaldo Alessandrini auf dem Festival d’Ambronay und mit Peter Knopp auf zahlreichen europäischen Festivals. Außerdem arbeitet sie regelmäßig mit Antonio Florio.

2007 erhielt sie den ersten Preis bei der zweiten Ausgabe von Musica Vocale da Camera im Konservatorium San Pietro a Majella. Zudem erhielt sie weitere Auszeichnungen, wie den Preis des Wettbewerbs Benvenuto Franci in Pienza (2010), den ersten Preis des Vincenzo-Bellini-Wettbewerbs in Caltanissetta (2011) und den ersten Preis von einer einstimmigen Jury beim internationalen Wettbewerb Puccini in Torre del Lago (2012).

Sie interessiert sich besonders für das vokale Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts und besuchte die Vorlesungen zum Barockgesang des Soprans Roberta Invernizzi, zum lyrischen Gesang von Mirella Freni und zur Perfektionierung mit Lella Curbelli und June Anderson. Derzeit studiert sie unter der Leitung von Maria Ercolano.
Foto Cappella Neapolitana Antonio Florio
Cappella Neapolitana Antonio Florio

Die 1987 von Antonio Florio gegründete Gruppierung war bis 2010 unter dem Namen Cappella Della Pietà de’ Turchini, später dann als I Turchini di Antonio Florio bekannt und wurde 2016 in Cappella Neapolitana Antonio Florio umbenannt. Sie setzt sich aus Instrumentalisten und Sängern zusammen, die auf die Interpretation des neapolitanischen Musikrepertoires des 17. und 18. Jahrhunderts und die Wiedererlangung vergessener Komponisten spezialisiert sind. Die Originalität ihrer Programme und die strikte Einhaltung der barocken Interpretationspraxis machen die Cappella Neapolitana zu einer der herausragendsten Gruppierungen des musikalischen Lebens Italiens und Europas.   

Die Gruppierung hat Einladungen erhalten, um auf so wichtigen Bühnen wie der Accademia di Santa Cecilia aus Rom, dem Teatro San Carlo aus Neapel, dem Palau de la Música aus Barcelona, der Berliner Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus, dem Teatro Lope de Vega aus Sevilla, der Associazione Scarlatti aus Neapel oder dem Brüsseler Opernhaus La Monnaie aufzutreten und hat an den wichtigsten europäischen Festivals alter Musik teilgenommen.    

Im Laufe der Jahre hat die Formierung ein reichhaltiges Repertoire an in Szene gesetzten oder als Konzert interpretierten Werken zusammengestellt, von denen folgende hervorzuheben sind: Il disperato innocente von Boerio; Dido y Eneas und The Fairy Queen von Purcell; Festa napoletana, La Statira principessa di Persia und Montezuma von Ciccio De Majo; die moderne Erstaufführung von La Partenope von Vinci; La finta giardiniera von Anfossi; L’Ottavia restituita al trono von Domenico Scarlatti; La Salustia von Pergolesi;und Aci, Galatea e Polifemo von Händel.

Besonders intensiv ist ihre diskographische Laufbahn, die ihnen mit der Produktion von sieben, dem unveröffentlichten barocken Repertoire Neapels gewidmeten CDs für die Plattenfirma Symphonia wichtige Preise der internationalen Kritik einbrachte. Ab 1996 nahm das Ensemble für das prestigeträchtige Opus 111-Naïve aus Paris auf, wo sie fünfzehn Titel der Kollektion Tesori di Napoli veröffentlichten. Unter den zahlreichen Auszeichnungen sind der Preis der Zeitung Le Monde, der Vivaldi-Preis, der Preis Premio Franco Abbiati, drei Diapason d’Or, der Preis der Akademie Charles Cros und der Timbre de Platine besonders hervorzuheben. Für Glossa hat das Ensemble L’Adoratione de’ Maggi von Cristofaro Caresana (für deren Aufnahme es 2010 den Preis des BBC Music Magazine in der Kategorie Christmas Choice erhielt), Tenebrae und, kürzlich, Neapolitanische Cellokonzerte, mit Giovanni Sollima als Solisten, aufgenommen.

Während des Jahres 2009 konzentrierte sie sich auf die Vorbereitung der Oper Partenope von Vinci in Zusammenarbeit mit INAEM, dem spanischen Nationalinstitut für Darstellende Künste und Musik, und auf eine große Italientournee mit dem Stabat Mater von Pergolesi. Im Januar 2010 interpretierte das Orchester die moderne Erstaufführung von Orfeo ed Euridice  von J.J. Fux. 2012 und 2013 trat das Orchester dann im Wiener Konzerthaus, im Teatro Calderón von Valladolid mit L’incoronazione di Poppea von Monteverdi, in einer Inszenierung von Emilio Sagi, in der Hamburger Laeiszhalle, in der Kölner Philharmonie und im Konzertsaal für die Woche der Religiösen Musik in Cuenca sowie bei Konzerten in Luxemburg, Holland und Frankreich auf.
Foto Antonio Florio
Antonio Florio

Antonio Florio wurde in Bari, Italien, geboren. Er genoss eine klassische Ausbildung und erwarb am Konservatorium seiner Geburtsstadt unter der Leitung von Nino Rota die Diplome für Violoncello, Klavier und Komposition. Im Anschluss daran vertiefte er seine Studien antiker Instrumente und barocker Interpretationspraxis. Nach Gründung im Jahre 1987 der Gruppierung Cappella Della Pietà de’ Turchini (heute bekannt als Cappella Neapolitana Antonio Florio) widmet er sich heute mit demselben Engagement sowohl der Konzerttätigkeit als auch einer intensiven musikalischen Forschung, in deren Rahmen er vor allem das Repertoire der neapolitanischen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts erforscht und auf diesem Gebiet wahrhafte Meisterwerke der Oper, die noch nie veröffentlicht wurden, zurückerlangt, um sie in den renommiertesten Theatern Europas und Italiens aufzuführen. Zu den zahlreichen von Florio wiederentdeckten Titeln gehören La colomba ferita (1670), La Stellidaura vendicante (1671) und La Stellidaura vendicante (1674) von Francesco Provenzale, Il disperato innocente von Francesco Boerio (1673), La finta cameriera von Gaetano Latilla (1767), Li Zite’n galera von Leonardo Vinci (1722), Il Pulcinella vendicato von Giovanni Paisiello (1767), La Statira von Francesco Cavalli (in der Fassung für Neapel von 1666) und Motezuma von Francesco De Majo (1765).

Unter seinen Projekten vergangener Jahre ist die Wiederbeschaffung und Überarbeitung der Opera seria La Partenope von Leonardo Vinci hervorzuheben. 2005 widmete er sich der Wiederentdeckung und Überarbeitung der Oper La finta giardiniera von Pasquale Anfossi. 2006 dirigierte er sein Ensemble im Rahmen des renommierten Festivals Anima Mundi in Pisa, bevor er, in vier Etappen, die musikalische Darbietung Festa Napoletana nach China brachte.

2008 dirigierte er die von Leo geschriebene Oper Alidoro, für deren Inszenierung, die auf DVD zu erhalten ist, er mit dem prestigeträchtigen Diapason D’Or ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr erhielt er in Oviedo in der Kategorie der besten musikalischen Leitung den Preis Luis García Iberni für die moderne Erstaufführung der Oper Ottavia restituita al trono von Domenico Scarlatti. 2009 dirigierte er Acis, Galatea e Polifemo von Händel auf dem Festival MITO im Turiner Teatro Regio und im restaurierten Teatrino di Corte di Palazzo Reale in Neapel. 2010 dirigierte er die Oper Orfeo ed Euridice von Fux im Wiener Konzerthaus, das Barockorchester der Casa da Música der Stadt Porto an verschiedenen Gelegenheiten und die Sinfónica de Galicia in A Coruña in den Jahren 2011 und 2013. 2015 kehrte er in das Wiener Konzerthaus zurück, um Dorimena e Tuberone von Francesco Conti zu dirigieren. Außerdem dirigierte er L’incoronazione di Poppea (Die Krönung der Poppea) von Monteverdi unter der Regie von Emilio Sagi im Teatro Calderón von Valladolid.