PROGRAMMHEFT
Dienstag, 9. August · 22.00 Uhr
Kreuzgang des Klosters von Santo Domingo
ZÜRCHER KAMMERORCHESTER
DANIEL HOPE, Geige und Dirigentschaft
SEBASTIAN KNAUER, Klavier
WILLI ZIMMERMANN, Konzertmeister

Es ist das dritte Jahr in Folge, dass Daniel Hope am Musikfestival von Pollença teilnimmt. Seine drei Auftritte können als Zyklus betrachtet werden, als wichtige Residenz, da sowohl die Presse als auch das Publikum es so bestimmt haben. Zu dieser Gelegenheit tritt er mit dem Ensemble auf, bei dem er kürzlich zum Dirigenten ernannt wurde. Dies ist sicherlich eine gute Gelegenheit, Zeuge der Weiterentwicklung und Fähigkeit einer der größten europäischen Solisten der Gegenwart zu werden. 

PROGRAMM


Erster Teil

Aus Holbergs Zeit, op. 40, von Edvard Grieg

1. Praeludium (Allegro vivace)
2. Sarabande (Andante)
3. Gavotte (Allegretto)
4. Air (Andante religioso)
5. Rigaudon (Allegro con brio)

Klavierkonzert Nr. 1 in d-Moll, BWV 1052, von J. S. Bach

Allegro – Adagio – Allegro

Zweiter Teil

Serenade für Streicher, op. 20, von Edward Elgar

Allegro piacevole – Larghetto - Allegretto

Konzert für Violine in d-Moll, MWV O 3, von Felix Mendelssohn

Allegro – Andante – Allegro

Voraussichtliche Dauer: 1 Std. und 40 Min. (einschließlich 15 Minuten Pause)

Foto Daniel Hope
DANIEL HOPE

Der britische Geiger Daniel Hope ist in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren auf der ganzen Welt aufgetreten. Für seine musikalische Vielseitigkeit und sein humanitäres Engagement wird er hoch gelobt. Daniel Hope wurde 2015 mit dem Europäischen Kulturpreis für Musik ausgezeichnet, den zuvor Daniel Barenboim, Plácido Domingo und die Berliner Philharmoniker erhalten haben, und tritt als Solist mit großen Orchestern und Dirigenten aus aller Welt auf. Er dirigiert diverse Ensembles, während er mit seiner Geige interpretiert. Seit 2007 Exklusivkünstler des Deutsche Grammophon, fungiert er ab der Saison 2016/17 als Chefdirigent des Zürcher Kammerorchesters und löst damit Sir Roger Norrington ab.   

Daniel Hope eröffnete die Saison 2015/16 mit dem Leipziger Gewandhausorchester, dirigierte und interpretierte zusammen mit der Academy of St. Martin in the Fields und gab Konzerte im Pariser Théâtre des Champs Elysées und der Londoner Wigmore Hall. In der laufenden Saison wird er mit dem Zürcher Kammerorchester, dem New Century Chamber Orchestra und dem Spanischen Nationalorchester auftreten.  

Im Februar 2016 kam sein zehntes Album, My Tribute to Yehudi Menuhin, für die Deutsche Grammophon auf den Markt. Dabei handelt es sich um eine sehr persönliche Hommage an seinen Mentor, mit dem er über sechzig Male auftrat, einschließlich seines letzten öffentlichen Auftritts im Jahre 1999. Hope ist der Leiter einer einjährigen, Menuhin gewidmeten Konzertreihe, die von Seoul bis nach San Francisco reicht, einschließlich des Menuhin Festivals im April 2016 im Konzerthaus Berlin.  

Daniel Hope gehört zu den bedeutendsten klassischen Musikern der Welt, mit mehr als fünfundzwanzig Alben in seinem Repertoire. Seine Aufnahmen gewannen den Deutschen Schallplattenpreis, den Diapason d’Or, den Edison Classical Award, den Prix Caecilia, sechs ECHO Klassik und erhielten zahlreiche Grammy-Nominierungen. Sein Album mit dem Violinkonzert e-Moll und dem Oktett Es-Dur von Mendelssohn, das er zusammen mit dem Chamber Orchestra of Europe einspielte, wurde von der New York Times zu einem der besten des Jahres gewählt. Seine Aufnahme des Violinkonzerts von Alban Berg wurde vom Gramophone Magazine als „beste Option unter allen erhältlichen Aufnahmen“ gelobt. Seine Aufnahme von Vivaldi Recomposed von Max Richter, die in über zweiundzwanzig Ländern den ersten Platz erreichte, gehört mit 130.000 verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten klassischen Aufnahmen vergangener Jahre.   

Hope wurde in Südafrika geboren und wuchs in London auf. Er studierte bei Zakhar Bron. Derzeit interpretiert Hope in den bedeutendsten Sälen und auf den wichtigsten Festivals der Welt: von der Carnegie Hall bis hin zum Concertgebouw, von Salzburg nach Schleswig-Holstein, von Aspen über die BBC Proms bis hin zum Tanglewood Music Festival. Er arbeitete mit Dirigenten wie Kurt Masur, Kent Nagano und Christian Thielemann sowie mit den renommiertesten Sinfonieorchestern der Welt, wie dem aus Boston, Chicago, Paris, London, Los Angeles und Tokio. Als begeisterter Anhänger zeitgenössischer Musik gab er über dreißig Werke bei Komponisten wie Alfred Schnittke, Toru Takemitsu, Harrison Birtwistle, Sofia Gubaidulina, György Kurtág, Peter Maxwell-Davies und Mark-Anthony Turnage in Auftrag, mit denen er enge Kontakte aufrechterhält. 

Hope spielt die Guarneri del Gesù aus dem Jahre 1742, die schon Lipiński spielte und die ihm freundlicherweise von einer anonymen deutschen Familie zur Verfügung gestellt wird. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
Foto Sebastian Knauer
Sebastian Knauer

Sein erstes Klavierkonzert gab Knauer mit 14 Jahren. Seine enorme Musikalität, die seinen einzigartigen Interpretationscharakter kennzeichnet, führte ihn zu unzähligen Erfolgen und etablierte seinen Namen auf internationaler Ebene. Knauers Auftritte führten ihn in die bedeutendsten Konzerthallen in über 50 Ländern auf vier Kontinenten, darunter das Konzerthaus und die Philharmonie in Berlin, die Philharmonie in Köln, das Leipziger Gewandhaus, das Concertgebouw in Amsterdam, die Londoner Wigmore Hall, das Théatre des Champs-Elysées in París, die Tonhalle in Zürich, das Wiener Konzerthaus, das Auditori von Barcelona, die Sala Verdi in Mailand, das Lincoln Center in New York, das Herbst Theatre in San Francisco etc.

Mehrere Jahre arbeitete er mit seinem engen Freund, dem Dirigenten Sir Roger Norrington, zusammen und 2006 veröffentlichte Warner Classics das Komplettwerk von Mozart mit dem Salzburger Kammerorchester Camerata. Fünf Jahre später nahm Knauer für Berlin Classics „Bach & Sons“ auf, dieses Mal mit dem Kammerorchester von Zürich. Diese Aufnahme erzielte internationale Anerkennung. Hervorragende Kritiken kamen vom deutschen Stern mit „brillant“, von der Neue Zürcher Zeitung mit „fantastisch“ und von Die Presse, Wien, mit „exzellent“.

Sebastian Knauer hat aber auch mit zahlreichen anderen Dirigenten gearbeitet, wie Fabio Luisi, Thomas Hengelbrock, Neeme Järvi, Vladimir Fedosseyew, Vladimir Spivakov, Ingo Metzmacher, John Axelrod, Jesús López Cobos, Simone Young, Michael Sanderling oder Jaap van Zweden. Dabei zur Seite standen ihm die Dresdner Staatskapelle, die Bamberger Symphoniker, das NDR Sinfonieorchester, das Konzerthausorchester Berlin, die Hamburger Philharmoniker und Sinfoniker, das Orchèstre Les Siècles, die Real Filharmonia de Galicia, das New York City Opera Orchestra, die Russische Nationalphilharmonie, das Shanghai Philhamronic sowie das Chamber Orchestra of Europe und die Kammerorchester aus Basel, Wien und Tel Aviv.

Sebastian Knauer hat sich über die vielen Jahre auch einen Namen durch seine vielseitige Kreativität in der Programmgestaltung gemacht. Sei es in seinen Solo-Abenden, in denen er stets einen Zusammenhang aller gespielten Werke sucht, oder aber auch in seinen zahlreichen Projekten mit seinem langjährigen Duopartner und Freund, dem Geiger Daniel Hope. Ob in Europa, den USA oder in Japan – das Duo erlebt durchweg Begeisterung von Publikum und Presse. Ihr gemeinsam eingespieltes Projekt „East meets West“ wurde 2005 sogar mit einem Echo Klassik und einer Grammy-Nominierung belohnt. 

Das Repertoire von Sebastian Knauer ist daher besonders vielseitig und umfangreich. Immer wieder sucht er neue Schwerpunkte, die er in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. So hat er 1998 zum 100. Geburtstag von George Gershwin eine CD mit Gershwins gesamten Solowerk veröffentlicht, unter anderem mit der Klaviersoloversion der Rhapsody in Blue. 2001 kombinierte er die drei großen Amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein, Aaron Copland und Samuel Barber auf einer Aufnahme.

Die immer schon vorhandene Begeisterung für das Organisieren hat Sebastian Knauer 2012 mit der Gründung seines eigenen Festivals mozart@augsburg, dessen Künstlerischer Leiter er zusätzlich ist, bestätigt. Jeweils in der ersten Septemberhälfte veranstaltet und programmiert er in der Mozartstadt Augsburg Konzerte, wo er Künstler wie András Schiff, Menahem Pressler, Philippe Entremont, Sir Roger Norrington, Daniel Hope, Jan Vogler, das Emerson String Quartett, Lars Vogt, Christian Tetzlaff, das Artemis Quartett, Hannelore Elsner, Klaus Maria Brandauer, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, das Zürcher Kammerorchester oder den Wiener Concertverein präsentiert.

Sebastian Knauer lebt in seiner Heimatstadt Hamburg, in der er 1971 geboren wurde und mit der er familiär seit dem 18. Jahrhundert eng verbunden ist.

Foto Zürcher Kammerorchester
Zürcher Kammerorchester

Gegründet 1945 von Edmond de Stoutz, ist das Zürcher Kammerorchester heute eines der wichtigsten Ensembles seiner Art. Unter der Leitung von Edmond de Stoutz und, nachfolgend, von Howard Griffith und Muhai Tang etablierte sich das Ensemble als international anerkanntes Kammerorchester. Sir Roger Norrington war von 2011 bis 2015 Chefdirigent des Orchesters. Der weltweit renommierte Dirigent Sir Roger Norrington ist eine führende Größe der historischen Aufführungspraxis und erkundet mit seinen Konzerten und Aufnahmen weiterhin den vorgezeichneten Weg. Mit dem Wunsch, bei seiner Leidenschaft und Erkundung im Hinblick auf das barocke Repertoire einen Schritt weiter zu gehen, begann das Orchester ab der Saison 2011/12 seine Musik mit Darmsaiten und dem barocken Bogen zu interpretieren. Daniel Hope wird ab der Saison 2016/17 als Chefdirigent des Orchesters fungieren.

Die zahlreichen Einladungen zur Teilnahme an internationalen Festivals, die Auftritte in den wichtigsten Musikzentren Europas und die ausgedehnten Tourneen in diversen Ländern der ganzen Welt sind Zeugnis der internationalen Anerkennung des Zürcher Kammerorchesters. Die vielen von der Kritik gepriesenen CDs dokumentieren das künstlerische Schaffen des Ensembles.   

Zusätzlich zum umfassenden Repertoire, das vom Barock bis hin zum Klassizismus und von der Musik der Romantik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht, entdeckt das Zürcher Kammerorchester oftmals in Vergessenheit geratene Komponisten wieder und arbeitet mit Musikern aus anderen Genres zusammen, wie dem Jazz, Folk und Pop. Die Förderung junger Instrumentalisten und zukünftiger Liebhaber klassischer Musik (wie Konzerte für Kinder jeden Alters) ist zusammen mit der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit international anerkannten Künstlern von Priorität.
Foto Willi Zimmermann
Willi Zimmermann

Willi Zimmermann wurde in Basel geboren und begann mit dem Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren. 1978 wurde im Unterricht von Sandor Zöldy angenommen und beendete seine Studien mit Auszeichnung. Er erhielt ein Stipendium, das es ihm ermöglichte, sein Studium mit Sandor Végh und Günter Pichler fortzuführen. Von 1985 bis 2007 war Willi Zimmermann Dirigent des international anerkannten Cuarteto Amati. Als Erster Konzertmeister des Musikkollegiums Winterthur (1992-2010) und Konzertmeister des Zürcher Kammerorchesters dirigierte er zahlreiche Konzerte. Dies ebnete den Weg für Zusammenarbeiten mit renommierten Künstlern wie Krystian Zimerman, Fazil Say, András Schiff, Rudolf Buchbinder, Heinrich Schiff, Thomas Zehetmair und Sir James Galway. Zudem trat er zusammen mit Daniel Hope, Giuliano Carmignola, Patricia Kopatchinskaja und vielen weiteren Musikern als Ko-Solist auf. Ab 2016 dirigiert Willi Zimmermann die Berliner Barock Solisten, das Barockensemble der Berliner Philharmoniker.