PROGRAMMHEFT
Vom 28. Juli bis zum 24. September
Klosterhof von Santo Domingo
Ausstellung

GERARD MATAS
UN PETIT HOMENATGE
(Eine kleine Hommage)


Eintritt Frei

GERARD MATAS NAURELL
Palma 1945 – Santa Margalida 2016

MALER UND BILDHAUER. Er studierte an der Escuela de Artes Aplicadas y Oficios Artísticos (Schule für Angewandte Kunst und künstlerische Berufe) in Palma und an der Escuela Superior de Bellas Artes (Kunsthochschule) in Barcelona.

Sein Werk gilt als eines der wichtigsten Elemente der sogenannten „Nueva Plástica Mallorquina“ (Neue mallorquinische Plastik) – eine Bewegung der ästhetischen Erneuerung, die ihren Ursprung in den Siebzigern hat und dazu diente, mit einem langen postimpressionistischen Erbe zu brechen – und ist vom Verlangen eines konstanten formalen Experimentierens und der Suche neuer Ausdrucksformen charakterisiert, weshalb es schwierig ist, bei seinem allgemeinen Schaffen von stilistischem Zusammenhalt zu sprechen. Ganz im Gegenteil. Im Verlauf seines Werdegangs hat er sich abwechselnd der Malerei und der Bildhauerei gewidmet und in diesen beiden Bereichen gegenständliche und abstrakte Etappen durchlaufen. 

In den siebziger Jahren schuf er diverse Gemäldereihen, in denen das zentrale Motiv eine gestreifte Leinwand war, die die Herausarbeitung eines sehr weiten Spektrums an Kompositions-, Farb- und Texturvarianten ermöglichte. Trotz der offensichtlichen naturalistischen Referenzen gelang ihm zuweilen ein hoher Grad an Abstraktion. Ebenfalls in den Siebzigern durchlief er eine informelle Etappe, die von materiellem Experimentieren und einer extremen Farbkargheit gekennzeichnet war.

Eisen wurde später zu einem seiner Lieblingsmaterialien. Durch die Nutzung der Schweißtechnik ließen die bemalten Platten – zwischen dem Spiel der Leeren, das von seiner aus Fragmenten bestehenden, neokubistisch inspirierten Kreation begünstigt wurde – die solide Innenkonfiguration der Teilstücke erahnen, deren stilisierte Formen zuweilen auf Giacometti und die Totems mancher afrikanischer Stämme verwiesen.      

Einen Großteil seines malerischen Werks in den Neunzigern könnte der Kunstrichtung der Neuen Figuration zugeordnet werden. Zu bestimmten Zeiten näherte er sich durch die minuziöse und detaillierte Ausgestaltung einiger Stadt- und Naturlandschaften stilistisch dem fotografischen Realismus, obgleich die in vielen seiner Kompositionen verzerrten und unmöglichen Körperhaltungen der Figuren den Werken einen gewissen surrealistischen Geist mit ironischen und humoristischen Untertönen verleihen.

Seine Werke sind mitunter im Museo de la Solidaridad, in Santiago de Chile, in der Fundación Bartomeu March, im Museu dels Països Catalans, in Banyoles (Girona), und im Fondo de Arte Contemporáneo del Govern Balear ausgestellt.

(Quelle: Gran Enciclopèdia de la Pintura i l'Escultura a les Illes Balears. Band 3, Seiten 109-111)




Er starb am vergangenen 15. Mai 2016. Mit dieser kurzen Ausstellung möchte die Stadtverwaltung von Pollença ihn mit einer kleinen Hommage ehren.